Bilateraler Handel

Kompetenzzentrum für Bergbau und Rohstoffe

Trends in den bilateralen Handelsbeziehungen

Abbildung 1: Bilateraler Handel Kanada – Deutschland (Quelle: Statistics Canada 2015)

Abbildung 2: Außenhandel zwischen Kanada und Deutschland im Jahr 2015 und grundlegende Handelsinformationen (Quellen: Statistics Canada 2016 (http://www.statcan.gc.ca); World Economic Outlook Database – April 2015, Institutional Investor Credit Country Rating 2016 ( 100 hoch, 0 niedrig), Korruptionswahrnehmungsindex 2016 – Transparency International (100 hoch, 0 niedrig), The Mining Association of Canada – Fakten und Zahlen 2015)

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union und die viertgrößte der Welt. Deutschland hat eine starke Exportorientierung. Daher haben die Exporte nach Kanada in den letzten fünf Jahren zugenommen (~ 50%), während die Importe aus Kanada relativ konstant waren (siehe Abbildung 1). Deutschland war 2018 Kanadas achtgrößter Exportmarkt, während Deutschland unter Kanadas Lieferanten den sechsten Platz belegte.

In den letzten 20 Jahren zeigt der bilaterale Handel einen insgesamt wachsenden Trend: Die kanadischen Importe aus Deutschland haben sich von 6,08 Mrd. USD im Jahr 1998 auf 19,06 Mrd. USD im Jahr 2018 mehr als verdreifacht, während die kanadischen Exporte nach Deutschland moderat von 2,71 Mrd. USD im Jahr 1998 auf 4,83 Mrd. USD gestiegen sind im Jahr 2018.

Zu den aus Deutschland importierten populären Waren gehörten Maschinen (33%), Fahrzeuge, Flugzeuge und Transportmittel (28%), chemische Produkte (16%), pharmazeutische Produkte (8%) und Datenverarbeitungstechnologie (6%). Zu den beliebtesten Importen aus Kanada gehörten Maschinen (18%), Mineralprodukte (15%), Fahrzeuge (7%) und Metalle (2%) (siehe Abbildung 2).

Ausländische Direktinvestitionen

Mit einem geschätzten Vermögen von 17 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 belegt Deutschland den 8. Platz bei ausländischen Direktinvestitionen in Kanada. Kanadische Firmen hingegen halten in Deutschland ein Vermögen von 10,5 Milliarden US-Dollar.

In Kanada sind viele multinationale deutsche Unternehmen vertreten, darunter Bayer, BASF, Siemens, Daimler, Dr. Oetker, Mannesmann und Thyssen-Krupp. Insgesamt sind im ganzen Land 1.500 deutsche Unternehmensvertretungen – bzw. 800 deutsche Unternehmen – verteilt, von denen die meisten jedoch KMU (kleine und mittlere Unternehmen) sind. Mississauga in Ontario beherbergt mehr als 300 deutsche Unternehmen und wird daher von Einheimischen in Kanada als „deutsches Geschäftszentrum“ bezeichnet.

Aus dem gleichen Grund sind mehr als 120 kanadische Unternehmen in Deutschland beteiligt. Bemerkenswerte Investoren sind Rio Tinto Alcan, Research in Motion, CAE Electronics, Bombardier, Pratt und Whitney, Trizec Hahn und Magna.

Kanada – Rohstofflieferant für Deutschland

Kanada ist ein Rohstoffproduzent von Weltrang (siehe Abbildung 1 und weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Kanada). Im Jahr 2015 belegte Kanada den ersten Platz bei der Kali- und Cadmiumproduktion weltweit, den zweiten Platz bei Niob und den dritten Platz bei Nickel, Titan, Kobalt, PGM und Aluminium sowie den vierten Platz bei Wolfram. Mit Ausnahme von Kali haben all diese Bodenschätze gemeinsam, dass sie für das deutsche High-Tech-verarbeitende Gewerbe von unschätzbarem Wert sind.

Abbildung 2: Kanadischer Anteil deutscher Importe ausgewählter Bodenschätze (DERA 2015)

Abbildung 2 zeigt, dass Kanada bereits ein wichtiger Partner für Deutschland in Bezug auf die Versorgung mit natürlichen Ressourcen sowie strategischen Metallen und Mineralien ist. Die Grafik impliziert auch, dass Kanada eine großartige Gelegenheit darstellt, die Ressourcenversorgungsquellen weiter zu diversifizieren, um die Versorgungsrisiken für das deutsche verarbeitende Gewerbe zu verringern.

Betrachtet man die Entwicklung der deutschen Importe für kanadische Mineralprodukte nach Wert und Volumen (Abbildungen 3 und 4), so ist anzumerken, dass die Importe von Edelmetallen und Ferroniob zwischen 2012 und 2016 gestiegen sind, während die Importe von Kupfer, Silber und Kobalt im Vergleich dazu zurückgegangen sind zu bewerten sowie Volumen.

Eine weitere interessante Beobachtung aus den nachstehenden Tabellen ist, dass die Importe von Mehrwertprodukten (Pulver) für Titan und Nickel im gleichen Zeitraum gestiegen sind, obwohl die Einfuhren von Titan und Nickel an Wert und Volumen abgenommen haben. Dies gilt auch für Kobalt, das jetzt als raffiniertes Produkt importiert wird, während es vor 2014 als Erz und Konzentrat importiert wurde.

Weitere wichtige Mineralprodukte mit Mehrwert, die aus Kanada importiert, aber nicht in den Tabellen aufgeführt sind, sind beispielsweise Produkte aus Nickel als Legierung oder Asche sowie Diamanten, Wolfram (Pulver) und Eisenprodukte.

Abbildung 3: Deutsche Importe von Mineralprodukten aus Kanada nach Wert (DERA 2018)

Abbildung 4: Deutsche Importe von Mineralprodukten aus Kanada nach Volumen

In Bezug auf Erz und Konzentrat ist bemerkenswert, dass die Importe von Eisenerz und Kokskohle den erheblichen Preisverfall für diese Rohstoffe widerspiegeln. Während das Importvolumen für Kokskohle stabil blieb, sank der Wert um fast 50%. In Bezug auf Eisenerz zeigen die Diagramme, dass während das Importvolumen zunahm, der Gesamtwert abnahm, was wiederum einen starken Rückgang des Eisenerzpreises widerspiegelte.

Der Rückgang des Importwerts für andere Rohstoffe lässt sich mit sinkenden Rohstoffpreisen seit 2012 erklären. Es wird daher empfohlen, die Volumen- und Wertediagramme zu überlagern, um ein besseres Verständnis der Trends in den bilateralen Handelsbeziehungen zu erhalten.

Die Abbildungen 5 und 6 zeigen die Entwicklung der deutschen Importe von Erz und Konzentrat aus Kanada. Daten für Edelmetalle liegen nicht vor 2013 und für Nickel vor 2014 vor.

Abbildung 5: Deutsche Importe von Erzen und Konzentraten aus Kanada nach Wert (DERA 2018)

Abbildung 6: Deutsche Importe von Erzen und Konzentraten aus Kanada nach Menge (DERA 2018)

Wichtig: Bitte beachten Sie, dass die meisten Diagramme logarithmisch skaliert sind!

canada-mine-wpBilateraler Handel